Vertretungsplan:

Comenius

COMENIUS-Projektthema: Untersuchungen zur Nachhaltigkeit an Schulen

Das multilaterale COMENIUS-Projekt „Untersuchungen zur Nachhaltigkeit an Schulen" soll sich in umfassender Weise mit dem Thema Nachhaltigkeit im Schulalltag auseinander setzen.

Der nachhaltige und verantwortungsvolle Umgang mit Rohstoffen und Ressourcen ist eine Forderung, der sich neben der Politik und Wirtschaft auch jeder Einzelne im Alltag zunehmend stellen muss. Als ein wichtiges pädagogisches Ziel des Projekts wollen wir erreichen, dass Schüler, Eltern und Lehrer bewusster und verantwortungsvoller mit Ressourcen, wie Energie und Wasser, umgehen, ihr Konsumverhalten beim Kauf neuer Produkte auf Nachhaltigkeit überprüfen (Umweltverträglichkeit, Herkunft der Produkte – z. B. Billiglohnländer - Qualität und Preis etc.), ihren Umgang mit Lebensmitteln auf eine möglicherweise vorhandene latente „Wegwerfmentalität" hin untersuchen, um zukünftig noch bewusster Entscheidungen für eine nachhaltigere Lebensweise treffen zu können.

In den sächsischen Lehrplänen der Naturwissenschaften, u. a. in Biologie „Rolle des Menschen in der Natur", in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern, wie Geographie „Raumbezogene Handlungskompetenz – wirtschafts- und sozialräumliche Betrachtung Sachsens", Gemeinschaftskunde „Umwelt - Wirtschaft – Gerechtigkeit – eine Welt", in den Fremdsprachenfächern Englisch „Our one world", Französisch „Environment et nature" und im Fach Kunst „Problemlösung und Schaffung eines umfassenden Kunstwerkes – Gesamtkunstwerk" sind themenrelevante Lehrinhalte des zukünftigen Projekts verankert.

Diese interdisziplinäre thematische Lehrplanrelevanz nutzen wir im europäischen Rahmen, um mit unseren Projektpartnern ein Projektlogo zu entwerfen, visuelle Präsentationen umzusetzen (Poster, Dokumentationen etc.), die Gemeinsamkeiten und möglichen kulturellen Unterschiede im alltäglichen und nachhaltigen Umgang von Ressourcen herauszuarbeiten und von guten Beispielen „best practice" gegenseitig zu lernen.

Die Kontakte und die Grundlagen der Zusammenarbeit sind im Arbeitsplan von Anfang an konkret vereinbart und erfolgen kontinuierlich und mit festgelegten Verantwortlichkeiten und Terminen auf verschiedenen Ebenen (Schulleitung, Koordinatoren, Projektlehrer, Klassen- und internationale Arbeitsgruppen s. Arbeitsplan). Mit Beginn des eigentlichen Projekts stellt jede Schule ihre europäischen Partner und das beantragte Projekt vor (Schul-Website). Beginn, Verlauf und Ergebnisse werden auf einer Projektwebsite (= e-Journal) dokumentiert.

Wir beginnen das europäische Projekt mit dem Einsatz eines Fragebogens zum „ökologischen Fußabdruck" an jeder Projektschule. Der Fragebogen bezieht sich auf das eigene Umweltverhalten unserer Schüler. Die erhobenen statistischen Werte können wir vergleichen und Gemeinsamkeiten aber auch mögliche landestypische bzw. regionale Unterschiede darstellen. Letztlich soll das Projekt unsere Schüler anregen, ihr eigenes Umweltverhalten zu überdenken und darüber hinaus realistische Alternativen für mehr Nachhaltigkeit in ihrem Alltag aufzuzeigen und möglichst umzusetzen.

Ein wichtiges Element für eine nachhaltige Außenwirkung des Projekts wird die „Sustainable Life Corner" an jeder Schule sein. Es handelt sich dabei um einen eigens eingerichteten Bereich (z.B. AG-Zimmer oder Eingangshalle/Vestibül etc.) wo das Projekt vorgestellt wird, die thematischen Schwerpunkte sowie der aktuelle Verlauf jeder Projektphase und schließlich die gemeinsamen Ergebnisse sichtbar und für alle zugänglich dargestellt werden. Diese „Sustainable Life Corner" wollen wir zu einem Podium entwickeln, das sich hervorragend für viele Schulaktivitäten eignet, z. B. für Podiumsgespräche bei Projekttreffen, Tage der offenen Tür, als Anschauungsmaterial für den laufenden Fachunterricht in den unterschiedlichen Klassenstufen, für Elternabende und für lokale/regionale Veranstaltungen mit Politikern und Unternehmern der Region, die sich mit dem Thema nachhaltiger Lebensweise befassen.

Jedes Projekttreffen dient natürlich in erster Linie dem Ergebnisaustausch in den Teams und der anschließenden Präsentation an der gastgebenden Schule. Als einen emotionalen Höhepunkt planen wir aber auch, dass die Teilnehmer beim Besuch jeweils einen landestypischen Baum pflanzen, der als Symbol für die Zusammenarbeit unserer Schulen und für die Nachhaltigkeit des Projekts stehen soll.

Ein weiteres nachhaltiges Produkt unserer Zusammenarbeit soll die Erstellung einer Lehrmittel - „Toolbox" für Lehrer sein, die das entstandene Projektmaterial didaktisch-methodisch aufbereitet allen interessierten Kollegen zur Nachnutzung für den eigenen Fachunterricht verfügbar macht.

Nachhaltigkeit wollen wir auch nach dem offiziellen Abschluss des Projekts in 2015 anstreben, indem wir an jeder Schule interessierte Schüler benennen, die mit den Partnereinrichtungen in Kontakt stehen und Neuerungen oder Verbesserungen zum Thema Nachhaltigkeit erfassen und den anderen Partnerschulen mitteilen. Dieses zusätzliche und freiwillige Engagement wird im Schulzeugnis des betreffenden Schülers entsprechend vermerkt und gewürdigt.

Das Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasium Kamenz hat in 2012 den Titel „Europaschule" als Anerkennung seiner bisherigen erfolgreichen pädagogischen Arbeit auf dem Gebiet der europäischen Zusammenarbeit erhalten. Wir möchten mit diesem europäischen Projekt zur nachhaltigen Lebensweise dem Profil unserer Schule einen sehr aktuellen pädagogischen Schwerpunkt hinzufügen.