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Comenius Spanien

Bilatereales Comenius-Projekt “Geben und Nehmen: Schüler unterrichten Schüler in den Fremdsprachen Deutsch und Spanisch” Kamenz - Puerto del Rosario

Vom 09.02. bis 20.02.2012 ging es für den 11er Spanisch Leistungskurs und 10 Schüler der 9. und 10. Klasse nach Fuerteventura.Nachdem wir den 4-stündigen Flug nach Puerto del Rosario gut überstanden hatten, wurden wir von unseren Gastfamilien empfangen.Durch die Organisation Comenius, die uns das Geld für den Flug und die Aktivitäten zur Verfügung stellte, war volles Programm angesagt:Gleich am nächsten Morgen begann um 8:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein die Schule. Es wurden uns die Insel, Stadt und Schule genauer vorgestellt. Außerdem fingen wir mit unseren Projekten an. Jeweils zwei Deutsche und zwei Spanier fanden sich zu einer Gruppe mit einem speziellen Lernthema zusammen. Die multimedialen Projekte werden zu Lernzwecken in den Schulen freigegeben. So können sie jetzt schon auf der Homepage des Projektes angesehen und verwendet werden. Es hat uns eine Menge Zeit und Mühe, auch außerhalb der Schule, bis zur Fertigstellung gekostet. Da wir uns die Arbeit einteilten, mussten wir natürlich viel mit den Spaniern kommunizieren. Das ganze verlief mehr auf Spanisch und notfalls Englisch. Unser Spanisch ist nämlich im Vergleich zu dem Deutsch unserer Austauschpartner besser, da es den Spaniern wohl doch recht schwer fällt, unsere komplizierte Muttersprache zu erlernen.Schließlich klappte am Ende doch noch alles bei den Gruppen und nun dürfen die fertigen Werke bestaunt werden.
Die Nachmittage waren oft freigestellt. Viele trafen sich in Puerto del Rosario im Einkaufszentrum "Las Rotondas" wieder oder besichtigten den Hafen und andere Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. An einigen Tagen machten wir aber auch ganztägige Ausflüge. Einmal zum Beispiel zusammen mit den Spaniern in den Süden bis nach Morro Jable, wo einige die Zeit am Strand verbrachten und sogar baden gingen. Oder auch mal zum heiligen Berg "Tindaya". Dies war zwar ein ziemlich anstrengender, steiler (und unbefestigter!) Weg bis nach oben, aber die Aussicht war wunderschön und es hatte sich doch gelohnt. Danach waren wir alle erschöpft und verbrannt von der Sonne, an dem Tag herrschten ungefähr 40Grad Celsius.Die Sonntage verbrachten jeder mit seiner Gastfamilie, man besuchte die Angehörigen der Austauschpartner oder erkundete gemeinsam die Insel und ließ sich Sehenswürdigkeiten zeigen. In der zweiten Woche ging es zum Bürgermeister von Puerto del Rosario und zur Inselregierung. Wir stellten uns den spanischen Politikern vor, indem wir jeder fleißig ein Sätzchen über Kamenz auswendig lernten und vortrugen. Wir waren zwar sehr aufgeregt, doch den Politikern schien es zu gefallen.

An einem Aussichtspunkt über Fuerteventura während einer Busfahrt in den Süden der Insel am 18. 2. 2012

An einem Aussichtspunkt über Fuerteventura während einer Busfahrt in den Süden der Insel am 18. 2. 2012

In der Schule hatten wir mitunter wieder lustige Unterrichtsstunden, wie in Musik Body-Percussion, oder als wir in Kunst eine Karnevalsmaske bastelten. Und eines Nachmittags gingen wir alle zum Hafen Segeln und Paddeln. Wir hatten in dieser Woche ebenfalls unsere Deutsch-Unterrichtsstunden für die Spanier, die wir schon vor der Anreise geplant hatten. Bei den meisten lief alles bestens, einige Gruppen mussten jedoch auch feststellen, dass sich deutsche und spanische Schulen gewaltig unterscheiden. Aber das hatten wir schon alle mitbekommen. Beispielsweise ist der Unterricht nicht so diszipliniert wie bei uns. Lehrer und Schüler gehen viel lockerer miteinander um, die Lehrer werden mit dem Vornamen angesprochen (aber trotzdem gesiezt). Diese Unterschiede bemerkten wir vor allem, als die Spanier bei uns waren: einige für uns total normale Aktivitäten wie das Aufstehen zur Begrüßung des Lehrers am Anfang der Stunde waren ihnen total neu und man musste es ihnen erst erklären. Zudem ist die Schule jeden Tag um 2 Uhr aus. Viele werden abgeholt, laufen oder fahren Bus.Andererseits haben Schüler und Lehrer ein besseres Verhältnis: Alles basiert eher auf dem Freundschaftlichen, sie reden viel mehr außerhalb der Stunden miteinander als wir und sind sehr offen. Eine der interessantesten Sachen war für uns, dass in der Pause auf dem Schulhof laute Musik lief! Einmal sogar unser deutsches Fliegerlied :D. Das war ein großer Spaß und so gefiel uns die Schule sehr gut, sodass die Zeit eigentlich viel zu schnell verging.Die letzten Tage waren noch Karneval und eine Abschlussfeier angesagt. Die Spanier machten sich schon Wochen vor dem Ereignis Gedanken über ihre Kostüme für die Party und stöberten fieberhaft durch die Läden, was bei uns nicht so ausgeprägt ist. Allerdings war die Party wirklich gut, mit Live-Musik auf einem großen Rummelplatz. Außerdem grillten wir am letzten Samstag nochmals gemeinsam mit den Familien auf dem offiziellen Platz "Casas de Felipito". Am Montag hieß es dann "Adiós, Fuerteventura!"

Vom 18.06. bis 30.06.2012 waren die Spanier in Deutschland. Die Wiedersehensfreunde war riesig, auch wenn es nachts halb 12 auf dem Flughafen war und alle total müde waren. Auch die Spanier hielten für uns Unterrichtsstunden, die sehr amüsant waren. Sie unternahmen wie wir einen Stadtrundgang zum Bürgermeister, Tagesausflüge zum Beispiel auf die Sommerrodelbahn und ins Bergwerk und Reisen am Nachmittag. Abends trafen sich viele im Hotel Stadt Dresden zum Fußballgucken, da zu dieser Zeit gerade die Europameisterschaft lief.Einen Tag konnten sie den deutschen Unterricht miterleben. Allerdings kamen wir nicht so viel zu gemeinsamen Aktivitäten wie in Spanien. Das Problem war, dass die Schüler der 10. Klassen gerade in der BLF-Woche steckten und die 11.-Klässler ihre Jahresarbeiten vortrugen. Außerdem hatten wir noch amerikanische Gäste zur gleichen Zeit, welche manchen Spaniern begegnen konnten. (zwischen den Spaniern und den Amerikanern wurden Treffen organisiert, beim gemeinsamen Sportunterricht mit deutschen, spanischen und amerikanischen Schülern lernten sich alle gut kennen).Dennoch klappte die Organisation und wir verbrachten ein Wochenende in der Sächsischen Schweiz auf dem Elbdampfer und einen Tag in Berlin. Dort besuchten wir den Bundestag und hatten danach Freizeit. Eine schöne Abschlussfahrt, wo dieses Mal wirklich fast alle teilnahmen. Leider machten wir keine gemeinsame Abschlussfeier mit den Familien, da einfach die Zeit fehlte.

In Rathen nach einer Dampferfahrt am 23.06.2012

In Rathen nach einer Dampferfahrt am 23.06.2012

Der Abschied, diesmal in aller Frühe, war schwer, da wir uns alle sehr gut mit den Spaniern angefreundet hatten. Insgesamt haben wir also viele tolle Tage auf Fuerteventura und in Kamenz erlebt und vor allem viel gelernt. Eine Zeit, die man nicht so schnell wieder vergisst.
Julia Thonig (11/4), Elisa Domsch (10B)

Wir möchten auch auf die Homepage unseres Projekts verweisen, wo sich viele weitere Informationen befinden:
https://sites.google.com/a/iespuerto.com/give-and-take-bilateral-comenius/