Auf den Spuren der Verbrecher

Ich wache auf. Um mich herum erkenne ich verschwommen die Umrisse eines Zugabteils. Plötzlich wird mir alles klar: Ich sitze im Zug nach Berlin. Reflexartig greife ich in meine linke Jackentasche, doch alles, was ich fühle, ist eine Sicherheitsnadel. Mist, dieser verflixte Mann! Max Grundeis, nannte er sich, wenn ich mich recht erinnere. Er hat mir Schlafmittel verabreicht und mein Geld gestohlen! 140 Mark, für die meine alleinerziehende Mutter so lange gearbeitet hatte, waren einfach weg. Der Zug hält. Ein Blick aus dem Fenster verrät mir, dass wir in Berlin angekommen sind. Hoffentlich schaffe ich es, den Mann mit dem Hut zu verfolgen.


Habt ihr erraten, worum es geht?


„Emil und die Detektive" dürfte sicher jedem, zumindest namentlich bekannt sein. Doch das Wissen über den weltberühmten Autoren dieser Geschichte beschränkte sich bei uns nur auf ein paar grundlegende Informationen, wie Geburtsort, Name und einige seiner Werke. Um dieses Wissen zu erweitern und die Dresdner Neustadt auf eine etwas andere Art und Weise zu entdecken, begaben wir, die Klasse 6d, uns gemeinsam mit der Klasse 6a, am Freitag, dem 13. Mai 2022 auf eine Exkursion zum Thema Erich Kästner.
Trotz des „Pechtages" freuten wir uns alle auf den Ausflug und auch das Wetter spielte mit. Morgens um ca. 7:30 Uhr fuhren wir also mit dem Zug von Kamenz nach Dresden Neustadt. Von dem Bahnhof begaben wir uns in den Alaunpark, wo wir schließlich den Leiter der Rallye, der sich als Vertreter des Kommissars vorstellte, begrüßten. Mit den Spielmappen, welche uns ausgehändigt worden und der darin enthaltenen Karte der Umgebung, konnten wir uns dann schon in Gruppen zu 4 bzw. 5 Personen zu der ersten Station aufmachen. Unser Auftrag war es, die Popcornbande zu überführen und ihren Anführer zu entlarven. Das Ziel der „ Popcornbande" war es, die Erinnerungen an Erich Kästner auszulöschen, damit niemand mehr Bücher liest-schon gar keine Kästner Bücher. Statt in altmodischen Büchern zu blättern, sollten die Menschen lieber ins Kino gehen, Filme schauen und natürlich ganz viel Popcorn kaufen. Unsere Aufgabe war es nun, die verschiedenen Kästner-Denkmäler in Dresden aufzusuchen und dort durch die Beantwortung einiger Fragen und das Lösen der Rätsel dann auf den Chef der Popcornbande zu schließen. Zu Anfang des Spiels gab es noch „kleine" Schwierigkeiten beim Lesen der Karten, welche sich dann allerdings im Laufe der Zeit verloren. Die Rätsel konnten von manchen von uns besser, von anderen weniger zügig gelöst werden und so wurde schnell eine genaue Verteilung der einzelnen Aufgaben, wie Kartenlesen, Rechnen und Recherche, klar. Wir genossen trotz der Abgase den Sonnenschein. Unterwegs trafen wir einige Gruppen, doch da fast jedes Team die Stationen in einer anderen Reihenfolge anlief, verloren sich die Spuren der anderen Teams schnell wieder. Nachdem der Hinweis zum Anführer der Popcornbande von unserem Team entschlüsselt war, entschieden wir uns dafür, die verbleibende Zeit mit dem Essen von Eis und Kuchen zu füllen. Anschließend gingen wir zurück zum Alaunpark, um auf den Spielleiter und die anderen Gruppen zu warten. Nach dem Vergleichen der Lösungswörter wahr schnell klar, wer der Anführer der Popcornbande war. Es war der angebliche Kommissar! Um uns von dem großen Schock zu erholen, gingen wir in die Schauburg, um uns ironischerweise die neue Verfilmung von „Emil und die Detektive" mit dem Popcorn, welches uns der Kommissar nach seiner Überführung aushändigte, anzuschauen. So hatte die Popcornbande am Ende doch gewonnen.


Im Kino teilte eine Mitschülerin schließlich noch leckere, selbstgebackene Cakepops aus, welche mit viel Genuss verspeist wurden. Zu dem Film gab es geteilte Meinungen. Einige fanden ihn sehr spannend, andere eher langweilig. Wir waren uns allerdings fast alle sicher, dass besonders der Bösewicht Max Grundeis lustig war. Der Film wurde etwas an die heutige Zeit angelehnt und diejenigen, die ihn eher langweilig fanden, beschäftigten sich damit, die Anzahl der Schleichwerbung im Film zu zählen. So hatte letztendlich jeder ein tolles Erlebnis und es konnte mit dem Zug zurück nach Kamenz gehen. 

An dieser Stelle möchten wir uns beim Förderverein bedanken. Für Schülerprojekte in diesem Schuljahr hatte dieser 1000,00 € von einem privaten Sponsor zweckgebunden erhalten. Durch ein Teil dieser großzügigen Spende wurde der Besuch des Schulkinos für alle Schüler des Jahrgangs finanziert. 

Annikki Gottwald, Emilia V. Fiedler, Neele Schneider

Kästnerexkursion
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