Weg mit dem Restmüll - aber wohin kommt dieser dann?

Auf die Spuren unseres Restmülls gingen wir Schüler des naturwissenschaftlichen Profils der Klassenstufe 10 des G.-E.-Lessing-Gymnasiums Kamenz am 10.11.2011.
Innerhalb etwa einer Stunde wurden uns vor Ort Grundinformationen zur Thermischen Abfallbehandlung Lauta dargelegt.
Als wir aus dem Bus ausstiegen, hielten sich alle vorsorglich die Nasen zu, doch zur Überraschung Aller - kein Gestank. Doch wie ist das möglich?
Nachdem der Müll auf Radioaktivität untersucht und gewogen wurde, wird er von einer der sechs Abladestationen in den Bunker gekippt. In diesem Bunker wird ständig ein Unterdruck erzeugt, der dafür sorgt, dass kein unangenehmer Geruch nach außen dringt.
Elektroniker, Ingenieure, Kraftwerker, Schlosser und viele andere Berufsgruppen kümmern sich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr um die komplexe Müllverbrennungsanlage. Zur Wartung und Reinigung der Anlage wird das Feuer nur zweimal im Jahr gelöscht, darüber waren wir sehr erstaunt.
In den 365 Arbeitstagen des T.A. Lauta werden 225 Tausend Tonnen Müll verbrannt. Bei so einer für uns unvorstellbaren Menge werden 15 Tonnen Müll pro Stunde auf dem Vorschubrost bei einer Hitze von mindestens 850 Grad verbrannt. Jeder deutsche Bürger produziert etwa 120 kg Restmüll pro Jahr.
Alles, was nach der Verbrennung übrig bleibt, wird aufbereitet. Die Schlacke wird von LKW abgeholt und nach der Aufbereitung zum Straßenbau verwendet. Die heißen Abgase treiben zunächst eine Turbine an, die pro Tag bis zu 20 MW Strom erzeugt. Davon werden 2 MW gebraucht, um die eigene Energieversorgung zu sichern.
Die bei dem Verbrennungsprozess entstehenden Abgase werden durch verschiedenste Aufbereitungsanlagen von Schadstoffen befreit und danach werden sie weit unter den deutschen Richtlinien für den Schadstoffaustoß freigesetzt.
Für uns Schüler war es ein sehr interessanter und informativer Besuch. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der T.A. Lauta sowie der unterstützenden Naturschutzstation Neschwitz für diese Chance bedanken.
Anne Petzold und Lisa Sarodnick